Aus dem Antiatlas an den Atlantik

Wir haben in Tafroute nach zwei Nächten unseren CP am Hotel verlassen müssen, da ab diesen Zeitpunkt alles für eine riesige Reisegruppe aus den Niederlanden reserviert war. Somit haben wir uns entschlossen noch zwei Nächte auf einen großen Palmenhein zu stehen. Hier kann man für umgerechnet einen Euro „frei“, d.h. ohne Versorgungsmöglichkeiten wie Dusche, Strom etc. Wir stehen hier allerdings direkt neben der Stadt und kommen fußläufig überall hin. Es ist das erste Mal, dass wir in Marokko „frei“ und nicht auf einem organisierten Campingplatz stehen. Dieser Ort ist aber sehr faszinierend für uns, auf der einen Seite sind wir in 5 Minuten im Zentrum der Stadt, auf der anderen Seite ragen die Hügel am Stadtrand empor, welche zum Felsklettern einladen. Und dazwischen stehen gut 50-100 Wohnmobile, von 4×4 Jeep mit Dachzelt bis hin zur Luxusklasse. Wir waren dabei natürlich wieder der einzige Wohnwagen. Wir haben von diesem Standort aus noch einmal das Mandelblütenfest genießen können und sind mit den Kids auch in den Felsen wandern gegangen. Am letzten Abend haben wir uns noch eine Pizza an unseren Wohnwagen liefern lassen. Das wird von geschäftstüchtigen Hausfrauen dort täglich angeboten. (A la cuisine de maison, non restaurant. …das haben wir mit unserem französisch Kenntnisse dann auch mal verstanden.)

Am Montag ging es weiter Richtung Atlantik, unser Ziel hier Sidi Bibi. Wir rechneten mit einer ca. dreistündigen Fahrt ans Meer. Auf Grund der Straßenverhältnisse und des Kurvenreichtums, was unsere Geschwindigkeit dem entsprechend reduziert. Nach einem erneuten Plattfuss am geflickten Reifen und einer ereignisreichen Mittagspause in einem Bergdorf, benötigten wir am Ende sieben Stunden. Die Pause an einem Bergsee war dabei super spannend. Augenscheinlich war die Schule aus und es kamen immer wieder Kinder vorbei. Simone holte eine Tüte Bonbons aus dem Auto und verteilte gerecht immer eines für pro Kind. Am Ende war die Tüte alle und die nicht aufdringlichen Kinder happy. Zwischendurch kamen immer kurze Gespräche zustande. Abdulah (ein kleiner Junge aus dem angeschlossen Bergdorf) kam sogar wieder und bedankte sich mit einem frisch gebackenem Brot und einer Tüte Mandeln bei uns. Ein tolles Erlebnis!

Seit gestern stehen wir nun in Sidi Bibi auf dem CP „Takat“. Der Platz ist zwar mitten im Nirgendwo, gilt aber als einer der schönsten der Region. Das können wir bestätigen, insbesondere der großzügige Pool, der bereits getestet wurde, begeistert die Kids. Zur Feier des Tages gab es für jeden noch eine Kugel Eis mit Sahne und Streusel. Der einzige Nachteil des Platzes ist, dass dieser wohl nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen ist und daher von 7 bis 23 Uhr ein BHKW mit entsprechender Lärmbelästigung über den Platz schallt und diesen in dieser Zeit mit Strom versorgt.

Unser Highlight des Tages, war der von der CP Besitzerin empfohlene Besuch auf einem benachbarten „Biobauernhof“. Uns empfing der 84 jährige Franzose Gil. Er zeigte uns die Obst- und Gemüsefelder. Hier wurde unser Einkauf direkt vor unseren Augen geerntet. Für die Mädels gab es noch eine Führung zu den Ziegen, Enten und Hühnern, die unter „augenscheinlich“ guten Verhältnissen dort auf der Farm leben dürfen. Außerdem wurde uns frischer Ziegenkäse angeboten, den wir in den einzelnen Erzeugungsschritten bestaunen konnten. Was es bei uns zum Abendbrot gab, könnt ihr sicherlich erahnen. Ein richtiges Geschmackserlebnis, von dem vor allem Amelie nicht genug bekam.

Der Platz gefällt uns und den Kids sehr gut, weshalb wir hier ein paar Tage „Urlaub“ vom Urlaub machen werden. Leider ist nur der Internetempfang sehr schlecht, weshalb die Photos für den Beitrag noch nachgeliefert werden…

Michael Verfasst von:

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